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Wolfsburger Nachrichten, 28.03.2012
Schock-Video rüttelt Fahrschüler auf
Wolfsburg Die Polizei startet ein Projekt zur Unfallprävention. Am Dienstag bekamen die ersten Fahrschüler teils drastische Foto- und Videoaufnahmen zu sehen. (Von Stephanie Knostmann)
Ein Kind spielt Fußball im Garten. Ein Mann schießt auf dem Fußballplatz ein Tor. Er begießt das Tor mit Freunden, steigt in sein Auto. Kurz darauf fliegt der Wagen durch den Gartenzaun. Das spielende Kind ist tot, das Leben des Mannes zerstört.
Diesen Film und viele Fotos von Unfällen junger Autofahrer in Wolfsburg und im Landkreis Helmstedt zeigten Jens Wiese und Fabian Matschewski am Dienstagabend in der Fahrschule Holtmann. Obwohl es in dem kleinen Raum brütend heiß war, schien eine Fahrschülerin zu frösteln, als sie auf das Foto eines komplett verdrehten VW Golf blickte, in dem ein 18-Jähriger in diesem Jahr an einem Baum sein Leben verlor.
Sehr emotional reagierten die Zuhörer auf einen Fernsehbeitrag über den schweren Verkehrsunfall mit vier Todesopfern in der Röntgenstraße. Wie hätte er verhindert werden können?, wollten die Polizisten von den Fahrschülern wissen. „Natürlich durch Anpassung der Geschwindigkeit“, sagte der 21-jährige Christopher Kirschlager.
Fabian Matschewski und Jens Wiese sensibilisierte die Fahrschüler auch dafür, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene aufgrund ihrer Begeisterung für Musik, Partys und Auto-Tuning im Straßenverkehr besonders gefährdet sind. Was sie sicherlich kaum vermutet hätten: Auch Sport kann ein Risiko darstellen – nämlich dann, wenn der Fahrer hinterher sehr müde oder euphorisiert ist.
Doch sollten die Teilnehmer die Fahrschule nicht ängstlich verlassen. Am Ende des Informationsabends begannen sie, Strategien zur Vermeidung schwerer Unfälle zu finden. Vor Partys einen Fahrer bestimmen, der nüchtern bleibt, oder gleich den Bus oder ein Taxi nehmen – den Fahrschülern fiel einiges ein.
Mit den aufrüttelnden Info-Abenden in Fahrschulen greift die Polizei Wolfsburg als erste Dienststelle in der Region ein Pilotprojekt der Polizeiinspektion Verden-Osterholz auf. „Das Projekt läuft seit zwei Jahren mit großem Erfolg“, sagt der Pressesprecher der Inspektion Jürgen Menzel. „Inzwischen ist es so erfolgreich, dass es niedersachsenweit eingeführt wird.“
Ein eher ruhiges Jahr sei es gewesen für die Vorsfelder Polizei, blickt Stationsleiter Reinhard Küter auf das Unfallgeschehen 2011 zurück.
Noch gibt es zwar keine offiziellen Zahlen, dennoch hat Küter aber auch schlechte Nachrichten. "Es gibt einen schlimmen Trend zu immer mehr Alkoholunfällen. Das ist unschön. Wir werden da die Kontrollen auf jeden Fall verstärken", kündigt Küter an. Als zweite Hauptunfallursache hat der Stationsleiter überhöhte Geschwindigkeit ausgemacht. Auch hier helfe nur appellieren, aufklären und kontrollieren. "Viele lernen das nur, wenn sie für ihre Fehler bezahlen müssen. Das geht nur über den Geldbeutel oder das Punktekonto."
Glücklicherweise habe es 2011 keinen Verkehrstoten im Zuständigkeitsgebiet der Vorsfelder Polizei gegeben, dafür aber viele Unfälle mit Schwerverletzten – darunter vor allem Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer. "Die haben eben keine Knautschzone wie die Fahrzeuge", sagte Küter.
Im April zum Beispiel wurde auf der L 322 in Nordsteimke ein Fußgänger angefahren und schwer verletzt, als er bei Dunkelheit die Fahrbahn überqueren wollte. Im Mai gab es gleich mehrere Unfälle mit Schwerverletzten. An der Kreuzung Dieselstraße/Alter Kirchweg in Reislingen wurde eine Radfahrerin von einem Autofahrer übersehen und angefahren, in Neuhaus landete ein junger Fahrer mit seinem Wagen kopfüber in einer Garagenauffahrt. Zuvor hatte er einen Vorgarten, eine Treppe und ein Geländer umgefahren. "Hier war Alkohol die Unfallursache", sagt Küter. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Zudem war im Mai ein Rollerfahrer auf der Brechtorfer Straße zu schnell und ohen Führerschein unterwegs. Er geriet auf den Grünstreifen, nahm zwei Schilder mit.
Ein ungewöhnlicher Unfall geschah im September in der Sudammsbreite. Ein Müllwerker wurde angefahren und schwer verletzt, als er mit einer Mülltonne hinter dem Müllwagen auf die Straße trat. Der jüngste schwere Unfall ereignete sich am 10. Dezember zwischen Wendschott und Brechtorf. der Wagen überschlug sich und landete im Graben, der Fahrer wurde schwer verletzt. Er war laut Küter zu schnell, ohne Führerschein und alkoholisiert unterwegs gewesen.
Als Unfallschwerpunkte hat Vorsfeldes Polizeichef drei Stellen ausgemacht: Ein etwa 800 Meter langes Stück der Meinstraße zwischen "An der Meine" und "Mühlenweg". Dort komme es vor allem zu Unfällen beim Anfahren vom Straßenrand oder vom Ausfahren aus Einfahrten. Kritisch seien auch die Ecken B 188/ Neuhäuser Straße sowie Helmstedter Straße/Heinrich-Jasper-Straße. "Und wir beobachten einen neuen Trend zu mehr Unfällen an der Kreuzung L 647, also der ehemaligen B 188, und der Marie-Curie-Allee", sagt Küter. Dort komme es zu kuriosen Unfällen, da die Fahrer das Ende der Straße übersähen. "Die Fahrer sind vor allem im Dunkeln zu schnell, und die Ampel blinkt dann nur noch Gelb. Da landen manche schonmal im Graben oder in den Kleingärten", sagt Küter.
Abbildung: Rettungsleitstelle Wolfsburg - Der Notruf wird in der Rettungsleitstelle der Stadt Wolfsburg in Dieselstraße bei der Berufsfeuerwehr Wolfsbrug entgegengenommen. Die Rettungsleitstelle hat auch die Möglichkeit, eine Handyortung (Funkzellenortung) durchzuführen um Ihren genauen Standort zu ermitteln. Der Disponent in der Rettungsleitstelle Wolfsburg fragt Sie die 5 W Fragen ab. Wobei zwei dieser fünf besonders wichtig sind: Wo ist der Unfall passiert? und Warten auf Rückfragen? - Bitte denken Sie immer daran, wenn Sie mit dem Handy die 112 wählen, könnte es sein, dass Sie zu einer Rettungsleitstelle aus einem anderen Landkreis verbunden werden. Mobiltelefone Von jedem Handy aus ist die 112 immer freigeschaltet, das heißt: Egal wo Sie sich befinden, wenn sie die 112 auf ihrem Handy wählen, werden Sie mit der nächsten Polizeinotruf- oder Rettungsleitstelle verbunden. Der Anruf ist kostenlos.

Neue Technik schickt Unfallopfern Hilfe (2015)
EU will ein Gerät vorschreiben, das bei Auto-Unfällen einen Notruf absetzt
Rettungsdienst und Feuerwehr sollen im Falle eines Autounfalls in Zukunft automatisch alarmiert werden – so will es die EU-Kommission. Eine Firma aus Braunschweig mischt bei der nötigen Technik mit.
Ab 2015 sollen alle neuen PKW und Kleinlaster innerhalb Europas mit einem solchen Warnsystem ausgestattet werden. Eine entsprechende Empfehlung an die EU-Staaten wird die EU-Kommission in Brüssel heute beschließen.
Die sogenannte eCall-Technologie setzt im Falle eines schweren Unfalls von allein – also auch, wenn der Fahrer zu schwer verletzt ist, um selbst zum Telefon zu greifen – einen Anruf an die europaweite Notrufnummer 112 ab und übermittelt den Standort des Fahrzeugs, die Fahrtrichtung und die Unfallzeit.
Technik könnte Hunderte von Leben retten
Die Technologie könnte jährlich Hunderte von Leben retten, glaubt die EU-Kommission. Frank Brennecke von der Braunschweiger Firma Oecon sagt: "Nach einem Unfall entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod."
Gelänge es, die Zeit bis zum Eintreffen der Retter um drei bis fünf Minuten zu reduzieren, könnte die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union von heute etwa 40000 im Jahr halbiert werden, schätzt der Ingenieur. Die Kommission hofft, dass vor allem in ländlichen Gebieten die Zeit bis zur Ankunft der Rettungsdienste halbiert werden kann.
Oecon setzt da an, wo die automatischen Notrufe ankommen: Position, Schaden, Aufprallgeschwindigkeit und Autotyp werden übermittelt. Die Software aus Braunschweig sorgt dafür, dass die Daten in der Leitstelle richtig verarbeitet werden.
Derzeit jedoch fehlen noch genaue technische Vorgaben für Mobilfunk-Betreiber und Autoindustrie. Nach Angaben der Kommission sind EU-weit bisher weniger als ein Prozent aller Passagier-Fahrzeuge mit eCall-Technik ausgestattet. Pro Fahrzeug koste ein solches System weniger als hundert Euro.
Quelle: Von Marc Chmielewskiund Martina Herzog, Braunschweiger Zeitung, 07.09.2011
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage von Auto Bild unter http://www.autobild.de/artikel/designer-verbandskasten_930286.html

Abbildung: Wir bildeten Sie aus! - Denise Zimmermann rettet Motorradfahrer durch ihre Erste Hilfe das Leben und wird zur Wolfsburgerin des Jahres 2009 vorgeschlagen. Sie hatte eine Woche zuvor einen Kurs in den lebensrettenden Sofortmaßnahmen am Unfallort in der Fahrschule Holtmann besucht.
Denise Zimmermann belegt bei der Verleihung des Preises "Wolfsburger des Jahres" den 2. Platz. Wir gratulieren der Lebensretterin.
Abbildung: Braunschweiger Zeitung 11/09 - Weiterbildung für Pflegekräfte in Erster Hilfe ist ein Prüfkritierum des MDKs. Wir bieten Fortbildungen nach MDK - Kritierien an. Erste Hilfe Standars für Ihr Qualitätsmanagementsystem. Alle zwei Jahre muss eine Erste Hilfe Fortbildung erfolgen.
Die Noten für die Qualität in der Pflege werden für mehr Transparenz bei den Angeboten von Heimen und Diensten sorgen. Auf einen Blick sollen Pflegebedürftige und deren Angehörige sehen können, ob die Dienstleister gute pflegerische Arbeit leisten, noch Entwicklungspotenzial haben oder Missstände abstellen müssen. Regelmäßige Fort- und Ausbildungen in Erster Hilfe werden zukünftigt durch den MDK kontrolliert.
Am 1. Juli 2009 fiel der Startschuss für die Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen. Am 1. Dezember 2009 erfolgten die ersten Notenveröffentlichungen für Heime. Die ambulanten Pflegedienste folgen in einem zweiten Schritt.
Letzte Änderung am Mittwoch, 28. März 2012 um 19:35:49 Uhr.